27.02.2019

Bildung ernährt Menschen

Das diesjährige Motto der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ lautet „Bildung ernährt Menschen“. Ernährung spielt in den von Aktion Tagwerk unterstützten Projekten fast immer eine wichtige Rolle. Denn der Großteil der Bevölkerung in den von Aktion Tagwerk unterstützten Ländern, insbesondere in den ländlichen Regionen, lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Man ernährt sich von dem, was man selbst anbaut. Oft kommen die einzigen Einkünfte in einer Familie vom Verkauf der überschüssigen Ernte auf dem Markt.

Landwirtschaftliche Beratung für Kinderfamilien

Ein Beispiel sind Kinderfamilien in Ruanda, also Kinder die ohne Eltern aufwachsen. Auch sie leben hauptsächlich von dem, was sie selbst anbauen. Die Felder in Ruanda sind aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte oft sehr klein. Die Kinder und Jugendlichen haben zudem wenig Wissen über gute Anbaumethoden. Die Ernte ist daher oft gering und reicht nicht aus, um alle Familienmitglieder dauerhaft gut zu versorgen. Deswegen ist neben der medizinischen und psychologischen Betreuung sowie der Unterstützung des Schulbesuchs, die landwirtschaftliche Beratung ein zentrales Element im von Aktion Tagwerk unterstützten Kinderfamilienprojekt. Die Kinderfamilien lernen Techniken, wie sie die kleinen Felder optimal nutzen können, wie sie Tierdung als Dünger einsetzen können und welche Gemüsesorten besonders viele wichtige Nährstoffe enthalten. Außerdem werden sie dabei unterstützt, Küchengärten anzulegen  – das sind besonders gestaltete Beete, welche die Feuchtigkeit gut halten und in denen daher auch in der Trockenheit Gemüse gut wachsen kann.

Schulungen im Gemüseanbau für Einheimische und Geflüchtete in Äthiopien

Auch in dem in der Kampagne 2019 neu unterstützten Projekt unseres Kooperationspartners Brot für die Welt „Integration durch gute Ernten“ in Äthiopien steht die Ernährungssicherung im Mittelpunkt. Die Region Gambela, im äußersten Westen des Landes, ist das Ziel vieler Flüchtlinge aus dem benachbarten Südsudan, wo seit Jahren Bürgerkrieg herrscht. Für die sowieso schon arme Region ist das eine große Belastung, insbesondere weil sich nun mehr Menschen die landwirtschaftlichen Flächen teilen müssen. Brot für die Welt bietet sowohl den Einheimischen als auch den Flüchtlingen Schulungen im Gemüseanbau und der Kleintierzucht an. So lernen die Menschen beispielsweise, in gleichmäßigen Anständen auszusäen, damit die Pflanzen ausreichend Nährstoffe und Wasser bekommen. Durch Mischanbau können sie außerdem das Unkraut klein halten, ihre Erträge steigern und ihren Speiseplan vielfältiger gestalten. Durch die Schulungen sowie verbessertes Saatgut können die Menschen ihre Ernten teilweise verdoppeln.

Bildung ernährt Menschen – gute Ernährung ist Voraussetzung für Bildung

Durch landwirtschaftliche Bildung können die Menschen ihre Ernten und damit auch ihre Ernährung oft schnell verbessern. Das macht sie gesünder und wirtschaftlich erfolgreicher. Gesundheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit sind wiederum die Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche die Schule besuchen können. Bildung ernährt Menschen – und gute Ernährung trägt dazu bei, dass Kinder mehr Bildung erhalten.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.