07.06.2019

Burundi: einer der am meisten vernachlässigten Konflikte der Welt

Der Norwegische Flüchtlingsrat veröffentlichte vor Kurzem eine Liste von schweren Konflikten, die von der Weltgemeinschaft besonders vernachlässigt werden. Auf Platz vier, hinter den Konflikten in Kamerun, der Demokratische Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik, liegt auch unser Projektland Burundi. Obwohl die Situation dort dramatisch ist, berichtet kaum jemand darüber und es gibt auch international nur wenig Bemühungen, den Konflikt zu lösen. 

2015 ließ sich der amtierende burundische Präsident, Pierre Nkurunziza, trotz vieler Proteste und Unruhen, im August 2015 für eine dritte Amtszeit wiederwählen. Laut Verfassung durfte er eigentlich keine weitere Amtszeit übernehmen, und die Opposition hatte zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen und um eine Verschiebung gebeten. Auch die internationale Gemeinschaft unterstützte dieses Anliegen.

Präsident Nkurunziza setzte sich durch, und Monate lang kam es zu bürgerkriegsähnliche Zuständen. Bis heute hat sich die Lage nur scheinbar beruhigt, denn das Regime geht weiterhin rigoros gegen Oppositionelle und Journalisten vor. Die Jugendmiliz Imbonerakure treibt ihr Unwesen und es kommt immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen. Während der akuten Krise flohen rund 400.000 Burunderinnen und Burunder aus dem Land. Nur ein kleiner Teil ist bisher zurückgekehrt, 350.000 halten sich weiterhin vor allem in den Nachbarländern auf.

Aufgrund der Situation hat die internationale Gemeinschaft die Hilfen für Burundi eingestellt. Daher ist auch die Wirtschaft des Landes in einem sehr schlechten Zustand. Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten leiden ebenfalls unter den Umständen, sie sind schlecht ausgestattet, viele Lehrer sind geflohen.

Die von Aktion Tagwerk unterstützte Schule „Ecole Polyvalante Carolus Magnus“ konnte durch all die Zeit hindurch den Betrieb aufrechterhalten und qualitativ hochwertigen Unterricht anbieten. Doch die Zukunft bleibt ungewiss. 2020 stehen erneut Präsidentschaftswahlen an. Es wird befürchtet, dass der Konflikt sich dann wieder verschärft und die Situation sich nochmals dramatisch verschlechtert.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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