02.06.2020

Corona-Lockdown im Straßenkinderzentrum „Les Enfants de Dieu“

Wie sieht das Leben in einer Einrichtung für Straßenkinder während des Corona-Lockdowns aus? Wie geht es den Kindern, die gerade in ihre Familien reintegriert wurden? Charles Habineza, der Leiter unseres Straßenkinderzentrums „Les Enfants de Dieu“ (EDD) meldete sich vergangene Woche per Mail bei Aktion Tagwerk.

Den Kindern im Straßenkinderzentrum selbst geht es gut, sie werden weiterhin mit allen nötigen Dingen versorgt und sind im Zentrum gut aufgehoben. Auch wenn sie derzeit nicht zur Schule gehen können, da alle Schulen im Land noch bis September geschlossen sind, und obwohl sie das Zentrum nicht verlassen dürfen, haben sie vor Ort viele Freizeitmöglichkeiten und eine gute Betreuung. Außerdem werden sie in Hygiene und richtigem Händewaschen geschult.

Mehr Sorgen bereiten dagegen die Kinder, die vor kurzem erst wieder in ihre Familien reintegriert wurden. Die Gründe, warum die Jungen von ihren Familien fortgelaufen sind, haben sehr häufig mit der Armut in der Familie zu tun: die Eltern können die Kinder nicht oder nur ungenügend versorgen, und die Jungen laufen in der Hoffnung auf ein besseres Leben fort. Das Straßenkinderzentrum „Les Enfants de Dieu“ arbeitet daher intensiv mit den Kindern und ihren Familien, um gemeinsamen das Zusammenleben wieder möglich zu machen und den Kindern in und mit der Familie eine gute Zukunft zu ermöglichen.

Durch den Corona-Lockdown ist die Situation in den Familien nun wieder sehr viel schwieriger geworden. Die alleinerziehende Mutter von Elisa, der im Zentrum Zuflucht fand, erzählte beispielsweise, dass sie durch die Corona-Maßnahmen nicht mehr bei ihren Nachbarn arbeiten kann. Schon zuvor hatte sie Mühe, ihre drei Kinder zu versorgen, nun sind auch die wenigen Einnahmen zum Erliegen gekommen. Alleine kann sie daher sich und ihre Kinder nicht mehr ernähren.

Um Familien wie die von Elisa zu unterstützten, hat EDD nun reagiert. EDD kauft nun Nahrungsmittel und Hygieneprodukten nicht nur für die Kinder im Zentrum, sondern auch für die Familien der reintegrierten Kinder ein. Regelmäßig können die Familien nun Pakete mit Maismehl, Bohnen, Speiseöl und Seife abholen. Für die Familien ist das eine enorme Entlastung, und es verhindert, dass die Kinder aufgrund der Armut Zuhause wieder zurück auf die Straßen gehen.

Aktion Tagwerk unterstützt das Straßenkinderzentrum „Les Enfants de Dieu“ im Jahr 2020 mit rund 17.000 Euro.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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