20.02.2019

Ein Jahr IMANZI Kindergarten in Kigali

Die Wände bunt bemalt mit kindgerechten Bildern, ein nagelneuer Spielplatz mit farbenfrohen Spielgeräten  –  der IMANZI Kindergarten wirkt schon auf den ersten Blick wie der Traum eines jeden Kindes. Vor einem Jahr, im Januar 2018, begrüßte der IMANZI Kindergarten in Kigali die ersten Kinder im Alter von 3-6 Jahren.

Der Kindergarten wurde mit Unterstützung der Erlöse aus der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ gebaut. Er soll Eltern die Möglichkeit geben, ihre Kinder in eine gute Betreuung zu geben, während sie selbst einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das Land Ruanda hat den Distrikt Gasabo, in dem der Kindergarten steht, zum neuen Industrie- und Wohngebiet ausgewiesen. Dies bedeutet, dass nahezu die komplette Industrie- und produzierende Wirtschaft der Stadt Kigali dorthin umzieht. Viele Familien, aber auch Alleinerziehende auf Arbeitssuche aus der Stadt Kigali, entscheiden sich ebenfalls für einen Umzug in den Distrikt Gasabo, um nah an ihren Arbeitsplätzen zu wohnen.

Stipendien für ein Drittel der Kinder

Die wenigen anderen pädagogischen Einrichtungen im Distrikt Gasabo, wie Kindergärten und Schulen, platzen aus allen Nähten. Auch sind die wenigen Einrichtungen veraltet und stark renovierungsbedürftig. Die Eröffnung des IMANZI Kindergartens  kam also genau zur rechten Zeit. Der Fokus des IMANZI Kindergartens liegt dabei insbesondere auf benachteiligten Familien, wie beispielsweise Alleinerziehende, oder Familien, die in Armut leben. Insbesondere Frauen sollen dabei unterstützt werden, Familie und Beruf zu vereinbaren. Ein Drittel der Kindergartenplätze ist daher für Kinder aus bedürftigen Familien reserviert, die dank eines Stipendiums von Aktion Tagwerk den Kindergarten umsonst besuchen dürfen.

Der Kindergarten ist nach ruandischem Bildungssystem eine Vorschule, in der die Kinder spielerisch ersten Unterricht erhalten. Es wird viel gesungen und es werden Materialien bereitgestellt, mit denen die Kinder sich selbst Wissen erarbeiten können. Der Leiterin des Kindergartens, Rebecca Muzoora, ist der respektvolle Umgang mit den Kindern besonders wichtig: „Wir begegnen uns auf Augenhöhe und mit Respekt. Sie lernen von uns, aber wir auch von ihnen“.

Pläne für die Zukunft

Im Laufe des Jahres 2019 soll der Kindergarten weitere Kinder aufnehmen und seine volle Auslastung mit 105 Kindern erreichen. Ist der Kindergarten erst einmal voll in Betrieb, kann das nächste Projekt angegangen werden. Durch Mittel von Aktion Tagwerk konnte 2018 das Nachbargrundstück erworben werden, um in weiterer Zukunft eine Grundschule bauen zu können. Langfristiges Ziel ist es, ein ganzheitliches Kinderschutzzentrum mit Kindergarten und Grundschule anbieten zu können.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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