09.10.2019

Energiesparende Öfen für Kinderfamilien und Alleinerziehende Mütter

Effiziente Öfen schützen die Umwelt und die Gesundheit – Aktion Tagwerk finanziert 263 Öfen für sozial schwache Familien in Ruanda.

Eine warme Mahlzeit bringt Familien zusammen. Überall auf der Welt versammeln sich die Mitglieder einer Familie täglich an einem Tisch, auf einer Matte oder einem Teppich, um gemeinsam das sorgfältig zubereitete Essen zu sich zu nehmen und sich dabei über die Ereignisse des Tages zu unterhalten.

Wie und wo das Essen zubereitet wird, unterscheidet sich dabei jedoch erheblich. Während in Deutschland der Herd in der Küche Standard ist, kochen Familien im ländlichen Ruanda zum Großteil auf einer offenen Feuerstelle, entweder im Hof oder in einer Kochhütte neben dem Haus.

Das Kochen auf offenem Feuer bringt mehrere Schwierigkeiten mit sich. Zum einen ist der Rauch, der beim Kochen entsteht, ein großes Gesundheitsrisiko. Atemwegsprobleme sind daher im ländlichen Ruanda weit verbreitet.

Zum anderen wird für das Kochen auf offener Flamme viel Feuerholz verbraucht. In einem so dicht besiedelten Land wie Ruanda ist dies ein großes Problem. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat Ruanda seit 1962 60% seiner natürlichen Waldfläche durch Abholzung verloren. Die ruandische Regierung bemüht sich sehr, diesen Trend umzukehren. Doch für die Menschen ist es nicht so einfach, auf Feuerholz zum Kochen zu verzichten. Nur rund 25 Prozent der Bevölkerung hat Zugang zu Elektrizität, und damit überhaupt die Möglichkeit, mit einem elektrischen Herd zu kochen. 

Eine Lösung können energiesparende Öfen sein, die zwar weiter mit Feuerholz bzw. Holzkohle betrieben werden, aber sehr viel effizienter sind. Aktion Tagwerk und Human Help Network haben deshalb 263 energiesparende Öfen gekauft, die an Kinderfamilien sowie an alleinerziehende Mütter in den unterstützten Kooperativen verteilt werden.

Diese Öfen verbrauchen mindestens 50% weniger Feuerholz. Das Holz verbrennt in den Öfen sehr viel effizienter, wodurch es auch zu einer geringeren Rauchentwicklung kommt. Für die Kinderfamilien und alleinerziehenden Mütter bedeutet dies, dass sie sehr viel weniger Feuerholz schlagen bzw. weniger Holzkohle kaufen müssen und ihre Gesundheit besser geschützt wird.

Außerdem wird durch die energiesparenden Öfen weniger CO2 ausgestoßen, ein wichtiger Aspekt in Zeiten des Klimawandels. Die Öfen selbst wurden von Aktion Tagwerk und Human Help Network bei einer lokalen ruandischen Firma in Kigali gekauft, somit profitiert auch die lokale Wirtschaft.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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