Projektland Burundi

Burundi, das südliche Nachbarland von Ruanda, ist laut den Vereinten Nationen eines der ärmsten Länder der Welt. Laut dem Human Development Index der Vereinten Nationen belegte Burundi 2016 von insgesamt 188 Staaten Platz 184. 2014 war es neben Eritrea das einzige Land weltweit, in dem die Welthungerhilfe die Ernährungssituation als gravierend einstufte (Welthungerindex 2014). Dass Burundi momentan nicht im Welthungerindex (2016) gelistet ist, hängt mit fehlenden Daten zusammen und nicht damit, dass sich die Situation gebessert hat. Die vorliegenden Daten lassen nach wie vor auf eine gravierende Ernährungssituation schließen.
Jahrzehntelang herrschte im Land Bürgerkrieg und es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Bevölkerungsgruppen Hutu und Tutsi. 2003 legten die Hutu-Rebellen ihre Waffen nieder und setzten so den Grundstein für einen Friedensprozess, die Lage in dem Land war für mehr als zehn Jahre relativ ruhig.

Die aktuelle Krise im Land begann, als Präsident Nkurunziza trotz vieler Protest und Unruhen im Land im August 2015 für eine dritte Amtszeit wiedergewählt wurde. Zuvor hatte die Opposition zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen und um eine Verschiebung gebeten. Auch die internationale Gemeinschaft unterstützte dieses Anliegen. Auf die von vielen Seiten als fragwürdig bezeichnete Wahl folgten blutige Auseinandersetzungen.

Im November kam es zu weiteren Ausschreitungen: Nkurunziza forderte alle Burundier auf, ihre „illegalen Waffen“ abzugeben. Nach Ablauf des Ultimatums durchsuchte die Polizei Häuser in der Hauptstadt Bujumbura und mehrere Menschen wurden erschossen. Im Dezember folgten weitere brutale Rachefeldzüge von Sicherheitskräften und regierungsnahen Milizen.

In Burundi herrschen nun schon seit Monaten bürgerkriegsähnliche Zustände und auch Mitte 2016 ist die Lage weiterhin sehr angespannt. Jugendliche, die gegen die Regierung demonstrieren, werden nachts von den Sicherheitskräften aus ihren Häusern geholt, ins Gefängnis gesteckt und teilweise sogar gefoltert. Die Demonstranten wiederum führen Racheakte an den Sicherheitskräften durch und werfen beispielsweise Granaten in Bars, in denen sich Mitglieder der Sicherheitskräfte aufhalten. Niemand fühlt sich mehr sicher. Mehr als hunderttausend Menschen flohen in den letzten Monaten in die Nachbarländer, insbesondere nach Ruanda. Auch Uganda hat viele Geflüchtete aus Burundi aufgenommen. Die Lage in Burundi ist nach wie vor angespannt.


 

Die medizinische Versorgung in Burundi ist schlecht. Pro 1.000 Einwohner gibt es nur rund 0,04 Ärzte (zum Vergleich: In Deutschland gibt es pro 1.000 Einwohner ca. 3,9 Ärzte). Es gibt zu wenige Gesundheitszentren und die, die es gibt, sind ungenügend ausgerüstet. Ein weiteres Problem ist die Mangelernährung der Menschen. Die meisten ernähren sich einseitig, es fehlt vor allem an Gemüse. Die meisten Menschen auf dem Land müssen von dem leben, was sie selbst auf ihrem eigenen Feld anbauen. Oft genügt die kärgliche Ernte jedoch nicht, um den Hunger der Familie zu stillen. Geld, um Lebensmittel auf dem Markt zu kaufen, ist meist nicht vorhanden. Deshalb gibt es auf dem Land immer noch viele Menschen, die hungern. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren.

Burundi hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte im Bildungsbereich gemacht. Rund 87 Prozent der Bevölkerung (über 15 Jahre) können lesen und schreiben, im Jahr 2000 waren es nur 59 Prozent. Mittlerweile werden nahezu alle Schüler im schulpflichtigen Alter auch eingeschult. Leider brechen viele Schüler ihre Schulausbildung aber vorzeitig ab, so dass nur etwa die Hälfte der Schüler auch die Grundschule bis zum letzten Jahr besucht. Weniger als 20 Prozent der Schüler gehen im Anschluss auf die weiterführende Schule.

Aktion Tagwerk unterstützt die Anstrengungen des Landes im Bildungsbereich durch die Mitfinanzierung des Projektzentrums Kajaga in der Hauptstadt Bujumbura, wo knapp 1.000 Kinder und Jugendliche den Kindergarten, die Primar- oder Sekundarschule besuchen oder eine Berufsausbildung absolvieren können.

Eine Besonderheit im Projektzentrum Kajaga sind die von Aktion Tagwerk mitfinanzierten Ausbildungszweige in den Bereichen Krankenpflege, Pharmazeutisch Technischer/e AssistentIn (PTA) und Medizinisch Technischer/e AssitentIn (MTA). Außerdem wird ein Gesundheitszentrum unterstützt. Die Ausbildungsmöglichkeit zum PTA ist einzigartig in der Region, auch für MTA gibt es sonst sehr wenige Angebote. Das bedeutet nicht nur gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern ist auch ein Vorteil für andere Regionen in Burundi, die von den gut ausgebildeten Kräften profitieren.

 

Quellen: www.unicef.org, www.hdr.undp.org, www.welthungerhilfe.de, www.auswaertiges-amt.de, http://data.worldbank.org/, http://apps.who.int/en/, http://www.dw.com/

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Folgende Projekte unterstützen wir in Burundi:

  • Lachende Frauen
    Länderinformation Burundi

    Burundi im Überblick

    Lerne das Land Burundi kennen … mehr dazu
  • Projektzentrum Kajaga

    Schule mit Berufsausbildung

    Das Projektzentrum beinhaltet die Ecole Polyvalante Carolus Magnus sowie … mehr dazu
  • Albino-Wohnprojekt

    Kinderheim in Kayanza

    Hier können Kinder und Jugendliche mit Albinismus ohne Angst leben. … mehr dazu

Die Anmeldung

Mit dem Rückmeldebogen melden Sie Ihre ganze Schule, einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen für eine Teilnahme an der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ an. In welcher Form Ihre Schule teilnimmt, bestimmen Sie selbst – genauso, wann Sie Ihren Aktionstag durchführen.

Tragen Sie bitte alles entsprechend auf dem Rückmeldebogen ein und lassen Sie uns diesen einfach per Email, Fax oder per Post zukommen. Mit dem Rückmeldebogen können Sie auch kostenlos die benötigten Teilnahme- und Kampagnenmaterialien bestellen.

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