Lerne Burundi kennen

Burundi auf einen Blick

Name: Republik Burundi

Hauptstadt: Bujumbura

Fläche: 27.834 km² (ungefähr so groß wie Brandenburg)

Bevölkerung: Etwa 11,2 Mio. Einwohner, eine erhebliche Anzahl davon ist 2015 aufgrund der politischen Situation ins Ausland geflüchtet

Amtssprache: Kirundi und Französisch

Unabhängigkeit: 1. Juli 1962 von Belgien

Staatsoberhaupt: Präsident Pierre Nkurunziza

Währung: Burundi-Franc

Lebenserwartung: ca. 54 Jahre

Durchschnittsalter: ca. 17 Jahre

Human Development Index 2017:  Platz 185 von 189


Geographie

Der Binnenstaat Burundi liegt in Ostafrika knapp südlich des Äquators. Im Norden grenzt das zweitkleinste Land Afrikas an Ruanda, im Osten und Südosten an Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. In Burundi herrscht tropisches Klima. Auch in den kältesten Monaten sinkt die Temperatur nie unter 20°C. Es gibt im Verlauf des Jahres zwei Regenzeiten. In den Trockenperioden ist das Land von Dürre bedroht. Infolge des Klimawandels sind die Regen- und Trockenzeiten nicht mehr so regelmäßig, wie sie es noch vor zwanzig Jahren waren. Burundis Gesellschaftsstruktur unterteilt sich in drei Gruppen: 85 Prozent Hutu, 10 bis 14 Prozent Tutsi und 2 Prozent Twa.


Politik

Frühgeschichte und Kolonisation
Die Urbevölkerung Burundis ist das Jägervolk der Twa. Durch die Einwanderung der Hutu-Bauern wurden die Twa in die Urwälder vertrieben. Um 1500 kamen Tutsi-Stämme und zwangen die Hutu-Mehrheit durch ein Feudalsystem in eine untergeordnete Stellung. 1890 wurde das unabhängige Reich Burundi, ebenso wie Ruanda, erst deutsche, 1920 dann belgische Kolonie. Die Kolonialherren ließen die bestehenden Gesellschaftsstrukturen, die Dominanz und Herrschaft der Minderheit der Tutsi über die Mehrheit der Hutu, bestehen und festigten dieses System sogar noch.

Koloniale Unabhängigkeit:
Nach dem Ende der kolonialen Abhängigkeit am 1. Juli 1962 wurde der König gestürzt und erstmals die Republik unter der Führung der Tutsi-Einheitspartei ausgerufen. Angehörige der Hutu wurden aus allen höheren Positionen in Politik und Verwaltung vertrieben.

Konflikte und Bürgerkriege:
Im Frühjahr 1972 löste ein Hutu-Aufstand, bei dem im Süden Burundis tausende Tutsis getötet wurden, einen wochenlangen Bürgerkrieg aus: Zwischen 50.000 und 300.000 Menschen (Angaben des Auswärtigen Amtes) wurden grausam getötet, unzählige Hutu flüchteten in die Nachbarländer. Danach wechselten sich Militärputsche und repressive Regierungschefs an der Macht ab. Diesen Regierungen gelang es, das Land wirtschaftlich zu stabilisieren. Nachdem 1993 der gewählte Hutu-Präsident Ndadaye nach einem gescheiterten Putschversuch ermordet wurde, eskalierte der schwelende Konflikt zwischen Hutu und Tutsi erneut: Bei diesem Bürgerkrieg, der in der Hauptstadt Bujumbura bis 1996 andauerte, starben auf beiden Seiten etwa 200.000 Menschen, unzählige flüchteten in die Nachbarstaaten. Auf dem Land gingen die Verfolgungen und Massenmorde auch nach 1996 weiter. Rebellengruppen machten das Land und die Berge um die Hauptstadt zu unpassierbarem Gebiet. Bis 1998 wechselten sich drei Staatspräsidenten an der Regierungsmacht ab. Die internationale Staatengemeinschaft reagierte mit Wirtschaftssanktionen gegen das Land, um Druck auf das Regime auszuüben. Unter dem Embargo litt aber vor allem die arme Bevölkerung.

Ein zaghafter Frieden:
1998 begannen die Friedensgespräche in Arusha/Tansania. Bis auf zwei Rebellengruppen waren alle Konfliktparteien am Verhandlungstisch vertreten. Die Ergebnisse dieser Gespräche implementierten eine Übergangsregierung, es wurden Waffenstillstandsabkommen zwischen den Rebellengruppen und der Armee geschlossen und mit der Demobilisierung, der freiwilligen Waffenabgabe einzelner Rebellengruppen, begonnen. In den folgenden Jahren gab es dennoch immer wieder einzelne Gefechte zwischen Rebellen und Regierungstruppen, die weitere Tote und zehntausende Binnenvertriebene forderten.

Politische Situation heute:
Im August 2015 wurde Präsident Nkurunziza trotz zahlreicher Proteste und Unruhen im Land für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Zuvor hatte die Opposition zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen und um eine Verschiebung gebeten. Auch die internationale Gemeinschaft unterstützte dieses Anliegen. Auf die von vielen Seiten als fragwürdig bezeichnete Wahl folgten blutige Auseinandersetzungen.

Im November 2015 kam es zu weiteren Ausschreitungen: Nkurunziza forderte alle Burundier auf ihre „illegalen Waffen“ abzugeben. Nach Ultimatumsablauf durchsuchte die Polizei Häuser in der Hauptstadt Bujumbura und mehrere Menschen wurden erschossen. Niemand fühlt sich mehr sicher. Mehr als hunderttausend Menschen flohen in den letzten Wochen und Monaten in die Nachbarländer, insbesondere nach Ruanda. Die Lage im Land ist weiterhin angespannt.

Der Hutu-Tutsi-Konflikt:
Wie auch in Ruanda ist der Konflikt zwischen den beiden Ethnien Hutu und Tutsi bis heute in den Köpfen der burundischen Bevölkerung existent, spaltet sie und führt zu Diskriminierungen. So entstanden beispielsweise nach dem Krieg reine Hutu- und Tutsi-Viertel. Diese räumliche Abtrennung vergrößert die Spaltung der Gesellschaft anstatt sie zu verkleinern.


Bildung

Die Landessprache in Burundi ist Kirundi, zusätzliche Amtssprache ist Französisch. Viele Menschen sprechen aber auch Kisuaheli, die häufigste Verkehrssprache im Großraum Ostafrika. Präsident Nkurunziza führte 2005 die kostenlose Grundschulbildung ein. Die Grund- oder Primarschule dauert 6 Jahre, danach folgt die 7-jährige Sekundarschule. Aufgrund des jahrelangen Bürgerkriegs fehlt es an Schulen, doch diese Situation hat sich in den letzten Jahren spürbar verbessert. Ein Problem besteht momentan im Mangel an gut ausgebildeten Lehrkräften. Viele gebildete Lehrer sind aufgrund der Unruhen und schlechten Lebensbedingungen in Burundi in die Nachbarländer ausgewandert. Daher ist das Niveau des Unterrichts oft sehr niedrig. Zudem brechen viele Schüler die Schule ab, so dass nur etwa die Hälfte der Schüler, die eingeschult werden, auch die Grundschule beenden. Weniger als 20 Prozent der Schüler gehen im Anschluss auf die weiterführende Schule.


Wirtschaft

Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut Human Development Index (Stand 2017) belegt Burundi von insgesamt 189 Staaten Platz 185. Es werden folglich nur vier Länder (Tschad, Niger, Zentralafrikanische Republik und der Südsudan) mit schlechteren Lebensbedingungen als Burundi verzeichnet. Die bewaffneten Auseinandersetzungen über Jahrzehnte haben dringend benötigte Investitionen verhindert. Burundi ist von seinem Hauptexportprodukt Kaffee abhängig, wobei dessen Weltmarktpreis in den letzten Jahren sehr niedrig war. Die Entwicklung des Landes hängt in hohem Maße von den ausländischen Geberländern ab. Entwicklungsgelder machen fast die Hälfte des Bruttonationaleinkommens aus. Der Agrarsektor hat das größte Entwicklungspotenzial in Burundi. Allerdings bestehen massive Probleme aufgrund der Überbevölkerung und des daraus resultierenden Landmangels – Probleme, die ohne Hilfe von außen ebenso wenig gelöst werden können wie das große Problem der Wiedereingliederung heimkehrender Flüchtlinge.


Probleme

Die Probleme in Burundi sind vielschichtig: Schätzungsweise 650.000 Kinder haben während der Bürgerkriege oder durch Krankheiten wie Aids und Malaria ihre Eltern verloren und wurden zu Waisen. Verwandte und Freunde gibt es nicht, oder sie sind selbst so arm, dass sie diese Kinder nicht bei sich aufnehmen und mitversorgen können. Kinder in dieser Situation sind vollkommen auf sich alleine gestellt. Die staatliche Gesundheitsversorgung in Burundi ist mangelhaft: Es gibt zu wenige Gesundheitszentren und diese sind ungenügend ausgerüstet. Ein weiteres Problem ist die Mangelernährung der Menschen. Die meisten ernähren sich einseitig, es fehlt vor allem an Gemüse. Die meisten Menschen auf dem Land müssen von dem leben, was sie selbst auf ihrem eigenen Feld anbauen. Oft genügt die kärgliche Ernte jedoch nicht, um den Hunger der Familie zu stillen. Geld, um Lebensmittel auf dem Markt zu kaufen, ist in der Regel nicht vorhanden. Deshalb gibt es auf dem Land immer noch viele Menschen, die hungern.


Wie Aktion Tagwerk in Burundi hilft

Aktion Tagwerk unterstützt in Burundi Projekte, in denen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten eine Berufs- und Schulausbildung zu absolvieren. Dies ist sehr wichtig, da Bildung die Voraussetzung ist, um einen guten Job zu erlangen. In Burundi mangelt es vor allem an gut ausgebildeten Fachkräften. Dem wirkt Aktion Tagwerk mit den lokalen Kooperationspartnern, den Salesianern Don Boscos und der Fondation Stamm, entgegen. Seit 2004 wird mit der Fondation Stamm ein großes Ausbildungszentrum („École Polyvalente – Carolus Magnus“) unterstützt, das eine Grund- und Sekundarschule sowie einen Kindergarten beherbergt. Dort können auch einige Ausbildungsberufe erlernt werden. Mit der im September 2008 neu begonnenen Ausbildungsmöglichkeit zum pharmazeutisch-technischen-Assistenten (PTA) wird ein Berufsfeld eröffnet, das es in Burundi vorher nicht gab, das allerdings benötigt wird. Pharmazeutisch-technische Assistenten sind vielseitig einsetzbar, sie können in Apotheken, bei Ärzten, in Krankenhäusern oder Gesundheitsstationen Arbeit finden. Außerdem werden mit dem Erlös der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ seit Jahren Waisen- und Straßenkinderheime unterstützt und der Schulbesuch dieser Kinder und Jugendlichen finanziert. Dennoch werden die Stabilisierung und der Aufbau Burundis noch viele Jahre beanspruchen.

 

Quellen: www.unicef.org, www.hdr.undp.org, www.welthungerhilfe.de, www.auswaertiges-amt.de, http://data.worldbank.org/, http://apps.who.int/en/

Die Anmeldung

Mit dem Rückmeldebogen melden Sie Ihre ganze Schule, einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen für eine Teilnahme an der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ an. In welcher Form Ihre Schule teilnimmt, bestimmen Sie selbst – genauso, wann Sie Ihren Aktionstag durchführen.

Tragen Sie bitte alles entsprechend auf dem Rückmeldebogen ein und lassen Sie uns diesen einfach per Email, Fax oder per Post zukommen. Mit dem Rückmeldebogen können Sie auch kostenlos die benötigten Teilnahme- und Kampagnenmaterialien bestellen.

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