04.09.2020

Schulstart verschoben

Aufgrund der Covid-19-Pandemie verschieben Ruanda und Uganda den für Anfang September geplanten Schulstart. Das hat auch Auswirkungen auf die Projekte von Aktion Tagwerk.

Während in Deutschland so langsam alle Schülerinnen und Schüler aus den Sommerferien zurückkommen und sich an einen neuen Schulalltag in Zeiten von Corona gewöhnen, müssen viele Kinder und Jugendliche in Ruanda und Uganda zuhause bleiben.

In Ruanda stiegen die Covid-19-Fälle zuletzt stark an, über 4100 Fälle verzeichnet das Land mittlerweile. In der Hauptstadt Kigali gibt es eine Ausgangssperre ab 18 Uhr. Nun hat die Regierung beschlossen, den für den 02.09. geplanten Schulstart zu verschieben. Die Schulen sind schon seit März geschlossen, eigentlich sollten sie nun zum neuen Schuljahr wieder öffnen. Aber daraus wird nun nichts. Die Regierung möchte den Schulen mehr Zeit geben, die Hygieneauflagen umzusetzen.

Pünktlich zum neuen Schuljahr sollte eigentlich auch die von Aktion Tagwerk unterstützte „IMANZI Primary“, eine Grundschule direkt neben dem bereits vor zwei Jahren eröffneten „IMANZI Kindergarten“, an den Start gehen. Aber nun müssen auch hier die Tore geschlossen bleiben. Wann die Schulen nun endlich wieder öffnen, und damit auch die IMANZI Primary den Betrieb aufnehmen kann, ist noch unklar.

Hygienestandards können nicht eingehalten werden

Auch im Nachbarland Uganda hat Covid-19 das Leben weiterhin voll im Griff. Auch hier steigen die Fallzahlen, und auch hier sind die Schulen schon seit März geschlossen. Ob sie nun bald unter hohen Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen, wird in dieser Woche noch diskutiert. Doch wenn eine generelle Öffnung erlaubt wird, werden es wohl nur wenige Schulen schaffen, die Voraussetzungen zu erfüllen. Denn die Klassenzimmer waren schon vor Covid-19 überfüllt, Abstandsregelungen einzuhalten wird kaum möglich sein. Die meisten Schulen haben noch nicht einmal genügend Geld für Seife und Desinfektionsmittel.

Wie alle anderen Schulen ist das von Aktion Tagwerk unterstützte Jugend- und Ausbildungszentrum in Kamuli seit März geschlossen, die Schülerinnen und Schüler sind in ihre Dörfer zurückgekehrt. Um den Kontakt zu halten und Unterstützung zu bieten, besucht die Sozialarbeiterin des Zentrums zusammen mit den Salesianerpriestern, die das Zentrum leiten, die Mädchen und jungen Frauen, die eigentlich dank eines Stipendiums in Kamuli ihre Ausbildung absolvieren sollten. Sie erhalten nun Nahrungsmittel und Seife als Unterstützung. Außerdem macht die Sozialarbeiterin Hausbesuche und Beratung, da in der Corona-Krise die Fälle von häuslicher Gewalt stark zugenommen haben.

Covid-19-Pandemie: Gesundheits- und Bildungskrise

Doch auch wenn die Schulen bald wieder öffnen würden, ist nicht gesagt, dass dann auch alle Schülerinnen und Schüler wieder zurück in den Unterricht kommen. Viele Familien sind durch die Covid-19-Pandemie in wirtschaftliche Nöte geraten. Viele werden sich die Schulgebühren vielleicht nicht mehr leisten können. In anderen Fällen wird nun die Arbeitskraft der Kinder gebraucht, um die Familie in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit über die Runden zu bringen, da bleibt dann keine Zeit mehr für Schule. Die Covid-19-Pandemie ist daher nicht nur eine Gesundheitskrise – in Ruanda und Uganda wird sie auch zur Bildungskrise.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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