16.05.2019

Was wir von Afrika lernen können: Initiativen zum Umweltschutz

Nicht nur in Deutschland sind Klima- und Umweltschutz Themen, die die Menschen derzeit sehr bewegen. Auch auf dem afrikanischen Kontinent spielen sie eine immer größere Rolle, und es gibt immer mehr Initiativen und kreative Ansätze, die versuchen, die wirtschaftliche Entwicklung mit Umweltschutz in Einklang zu bringen. Vielleicht kann Deutschland davon ja noch etwas lernen?

Ruanda: Der Öko-Vorreiter

Während bei uns noch über mögliche Ansätze zur Verringerung von Plastikmüll diskutiert wird, gibt es in Ruanda schon seit 2007 ein strenges Verbot von Plastiktüten. Das Land will Vorreiter dabei sein, Umweltschutz und Wirtschaftswachstum zu vereinen und hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahrzehnten 100 Prozent CO2-frei zu werden. Es gibt bereits eine beispielhafte Recyclinganlage für Elektroschrott, und der neue Flughafen in Bugesera soll der erste „grüne“ Flughafen Afrikas werden. In der Hauptstadt Kigali wird derzeit ein neuer Stadtpark für Ökotourismus angelegt. Umweltschutz ist in Ruanda Priorität und wird bei allen Vorhaben der Regierung mitgedacht.

Äthiopien: Autofreier Sonntag und Ausbau der Fahrradinfrastruktur

Die Straßen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba sind chronisch verstopft, eine dichte Glocke aus Smog hängt regelmäßig über der Stadt. Addis Abeba ist eine der Städte in Afrika mit der schlimmsten Luftverschmutzung. Die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed will das nun durch verschiedene Maßnahmen ändern. Einmal im Monat gibt es nun einen autofreien Sonntag in der Stadt. Obwohl dieser eine Tag im Monat die Luftverschmutzung alleine wohl nicht bekämpfen kann, ist er ein willkommener Anlass für die Bewohner der Stadt, sich die Straßen zurück zu erobern und sich ins Bewusstsein zu rufen, wie viel angenehmer die Stadt ohne den dichten Autoverkehr ist. Neben dem autofreien Sonntag sollen die Bewohner auch dazu ermutigt werden, aufs Fahrrad umzusteigen: Es sind viele neue Fahrradwege geplant, und die Stadtverwaltung hat gerade 600 Fahrräder an ihre Mitarbeiter verschenkt.

Senegal: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Um alle Menschen im Land mit Strom zu versorgen, setzt Senegal massiv auf den Ausbau von erneuerbaren Energien. Das Ziel, bis 2025 15 Prozent des Stromes aus Erneuerbaren zu erzeugen, wird wohl schon vor dem angestrebten Datum erreicht werden, und so konzentriert man sich gleich auf das nächste, noch mutigere Ziel von 25 Prozent erneuerbaren Energien bis 2030. Vor allem Solarenergie spielt eine wichtige Rolle, derzeit wird aber auch an einem Windpark gebaut, der einmal der größte Windpark in Westafrika werden wird. Die Vision der Regierung ist klar: mit Hilfe der erneuerbaren Energien soll Senegal in den kommenden fünf Jahren zu einem Land mit mittlerem Einkommen werden.

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Katrin Dörrie

Als Referentin für Globales Lernen kümmert sich Katrin Dörrie um die Vermittlungen der neuesten Informationen aus den unterstützten Projektländern und Projekten. Unter anderem ist sie für die Inhalte des Aktion Tagwerk-Blogs verantwortlich.

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