Aktuelles

Projektschwerpunkt 3: Wurzeln geben: Kinderschutz und Kinderfamilien in Ruanda

12. März 2026
Tagwerk-Projekte
von Laura Pröfrock

Wurzeln geben: Kinderschutz und Kinderfamilien in Ruanda

In den Distrikten Nyamasheke und Rusizi im Südwesten Ruandas wachsen viele Kinder unter schwierigen Bedingungen auf: Häufig fehlen stabile Einkommensquellen, gesicherte Ernährung sowie Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Armut, Krankheiten, familiäre Konflikte oder fehlende soziale Unterstützung prägen so den Alltag vieler Familien. Besonders betroffen sind Waisenkinder sowie Kinder, die bei Großeltern oder in erweiterten Familienstrukturen aufwachsen.

Hier setzt der Projektschwerpunkt „Wurzeln geben: Kinderschutz in Ruanda“ an. Ziel ist es, Kindern ein geschütztes Umfeld zu ermöglichen, in dem sie frei von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch aufwachsen und Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben entwickeln können. Denn Wurzeln geben heißt, Kindern Sicherheit zu geben, damit sie wachsen und ihre Zukunft selbst gestalten können.

 

Ganzheitliche Unterstützung für Kinder und Familien

Gemeinsam mit dem Projektpartner HUMAN HELP NETWORK e.V. (HHN) und der lokalen Partnerorganisation Strive Foundation Rwanda (SFR) wurde ein Netzwerk aufgebaut, das Familien langfristig begleitet. Der Ansatz verbindet psychosoziale Betreuung, Bildungsförderung, Gesundheitsversorgung und nachhaltige Landwirtschaft.

Fachkräfte, darunter Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Agronom:innen, besuchen Familien regelmäßig zu Hause. Sie unterstützen Kinder und Sorgeverantwortliche individuell, beraten bei Alltagsproblemen und stärken Familien in ihrer Selbstorganisation.

Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen erhalten professionelle Begleitung in Einzel- oder Gruppentherapien. Außerdem wird der Schulbesuch gesichert und der Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht, unter anderem durch die Finanzierung der Krankenversicherung.

 

Nachhaltige Landwirtschaft als Grundlage für Ernährungssicherheit

Ein zentraler Bestandteil des Projektschwerpunkts ist die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft. Viele Familien leben von kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft auf oft ausgelaugten Böden, die stark von Niederschlägen abhängig sind. Klimaveränderungen und Bodenerosionen verschärfen die Situation zusätzlich.

Im Rahmen des Projektschwerpunktes erhalten Familien Nutztiere wie Kühe oder Ziegen sowie Schulungen in biologischen Anbaumethoden, Bodenkunde und Erosionsschutz. So können sie ihre Erträge steigern, ihre Ernährung verbessern und langfristig Einkommen sichern.

Ergänzend werden Familien in solidarische Spargruppen und Arbeitsgemeinschaften eingebunden. Diese Netzwerke stärken den sozialen Zusammenhalt und schaffen wirtschaftliche Perspektiven.

 

Stabilität und Perspektiven für Kinder

Was mit der Unterstützung von Kindern ohne Eltern begann, umfasst heute einen ganzheitlichen Ansatz für Kinderfamilien, Mehrgenerationenhaushalte, alleinerziehende Mütter und andere strukturell benachteiligte Familien.

Eine 2025 gemeinsam mit der Hochschule RheinMain und der Strive Foundation durchgeführte Evaluation bestätigt die positive Wirkung dieses Ansatzes. Wenn psychosoziale Begleitung, Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Unterstützung zusammenspielen, entstehen stabile Lebensbedingungen für Kinder und ihre Familien.

Für Kinder bedeutet das mehr Sicherheit im Alltag, bessere Bildungschancen und die Möglichkeit, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.

 

Wirkung für Kinder und Gemeinschaften

Insgesamt profitieren 982 Familienmitglieder in 196 Haushalten, darunter Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren sowie ihre Sorgeverantwortlichen, direkt von diesem Projektschwerpunkt.

Kinder besuchen regelmäßig die Schule, Familien verbessern ihre Ernährung und Gesundheitsversorgung, und gemeinschaftliche Strukturen stärken den sozialen Zusammenhalt. So entstehen stabile Lebensgrundlagen und Kinder können in einem Umfeld aufwachsen, das ihnen Schutz, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

 

Beitrag zu globaler Gerechtigkeit

Der Projektschwerpunkt leistet einen Beitrag zu mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen : Ziel 1, Ziel 2, Ziel 3, Ziel 4 und Ziel 16.

In globaler Partnerschaft ermöglichen Schüler:innen durch ihr Engagement bei der Aktion Tagwerk in Deutschland die Umsetzung konkreter Maßnahmen in den Schwerpunktregionen. So trägt ihr Einsatz dazu bei, Kinderrechte zu stärken und langfristige Veränderungen für Familien in Ruanda zu ermöglichen.