Straßenkinderzentrum

Im Straßenkinderzentrum „Les Enfants de Dieu“ (zu Deutsch: Die Kinder Gottes) leben ausschließlich Jungen, derzeit rund 100 im Alter zwischen fünf und 21 Jahren. Die Anzahl ändert sich ständig durch Neuaufnahme, Reintegration, Weglaufen und Wiederkommen. Darüber hinaus unterstützt das Zentrum noch mal etwa genauso viele ehemalige Zentrums-Jungen, die in ihre Familien reintegriert werden konnten.

Das Besondere an diesem 2002 gegründeten Straßenkinderprojekt ist der partizipative Ansatz. In unterschiedlichen „Ministerien“, zuständig jeweils für einen bestimmten Bereich (Bildung, Gesundheit, Ernährung etc.), verwalten die ehemaligen Straßenkinder das Zentrum selbstständig . Die Jungen übernehmen so Verantwortung und wirken an ihrem eigenen Leben und dem der Zentrums-Genossen mit.

Wie viel Geld aus der Kampagne 2018 ist in das Projekt geflossen?

Es sind etwa 17.000 Euro aus der Kampagne 2018 in das Projekt geflossen. Aufgrund des demokratischen Verwaltungsprinzips von EDD entscheidet der Rat des Zentrums, der sich aus den verschiedenen Ministerien zusammensetzt, über die Verwendung des Geldes.

Wie viel Geld aus der Kampagne 2019 wird in das Projekt fließen?

Es werden 15.000 € für laufende Kosten und für Bildung in das Projekt fließen.

Wie unterscheidet sich das Straßenkinderzentrum „Les Enfants de Dieu“ von anderen Einrichtungen für Straßenkinder?

Was EDD ganz anders macht als alle anderen Straßenkinderzentren in Ruanda, ist ihr System der Partizipation: Die Kinder übernehmen Verantwortung und wirken an ihrem eigenen Leben und dem der Zentrums-Genossen mit. Es gibt für jeden Bereich, der wichtig für das Zentrum ist, ein sogenanntes „Ministerium“: Bildung, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Sport und Kultur, Soziales, Interne Angelegenheiten und Verwaltung. Jeder „Minister“ ist ein Jugendlicher von mindestens 15 Jahren, der im Zentrum lebt. Er hat einen Rat von drei anderen Zentrums-Kindern um sich, der das Ministerium vervollständigt.

Alle Ministeriums-Vertreter werden von der Vollversammlung der Zentrums-Kinder demokratisch gewählt. Die Minister werden über jedes Geld, das dem Zentrum gespendet wird, informiert und entscheiden über dessen Verwendung. Sie wissen jede Einzelheit über das Zentrum (z.B.: Wie lange reicht unser Essens-Budget noch? Haben wir noch Schulmaterialien oder Kleidung im Lager, und wenn ja, wie viel wovon? Wie viel verdient jeder Zentrums-Mitarbeiter?). Sie haben sogar das Recht, jeden Zentrums-Mitarbeiter zu kündigen. Dieses System, das andere Zentren ablehnen, aus Angst, die Kinder könnten es missbrauchen, funktioniert bei EDD seit Jahren hervorragend. Die Verantwortung, die die Kinder und Jugendlichen hier bekommen, wertet sie dermaßen auf, dass sie sehr gewissenhaft damit umgehen. In ihrem früheren Leben traute ihnen niemand etwas zu, auf der Straße wurden sie angepöbelt und bespuckt; sie waren ohne irgendeine Perspektive. Bei EDD bekommen sie Vertrauen entgegengebracht, und dafür sind sie dankbarer als für alles andere.

Sie verlassen das Zentrum als junge Menschen, die basisdemokratische Prozesse verstanden haben und mit Selbstvertrauen und Zuversicht in die Zukunft schauen. Das ist etwas, was die meisten anderen Zentren nicht schaffen. Diese schaffen, im Gegenteil, oft Abhängigkeit und Unselbstständigkeit.

 

Wie viele der im Projekt lebenden Jungen gehen zur Schule?

Von den Jungen, die im Zentrum wohnen, geht ein Großteil in die Primarschule. Einige wenige besuchen auch die Sekundarschule. Bei Reintegration in die Familie werden Bildungs- und Gesundheitskosten in der Regel weitergezahlt, damit der Schulbesuch der Jungen weiter gesichert ist und sie nicht nach kurzer Zeit wieder auf der Straße landen. Zudem absolvieren eine Handvoll Jungen eine externe Berufsausbildung, z.B. als Maurer, Gastronom, Mechaniker oder Schweißer.

Warum sind die Jungen zu Straßenkindern geworden?
Was für eine Geschichte haben sie erlebt, bevor sie im Straßenkinderzentrum angekommen sind?

Die Gründe, warum Kinder auf der Straße leben, sind vielfältig. Armut ist ein Faktor, der immer eine Rolle spielt, aber nie ganz ausreicht, um ein Kind auf die Straße zu treiben. Oft gibt es in besonders armen Familien Erscheinungen wie Alkoholmissbrauch, familiäre Gewalt, Vernachlässigung und unregelmäßige Versorgung mit Nahrungsmitteln. Weitere Probleme sind das Verwaisen durch HIV sowie instabile Familienstrukturen. Ist ein Elternteil verstorben oder davon gelaufen, wirft häufig der neue Partner des verbleibenden Elternteils die Kinder aus dem Haus.

Das Leben von Straßenkindern wird bestimmt von Konkurrenzkämpfen mit anderen Straßenkinder-Gangs, von Ärger mit der Polizei und „braven Bürgern“, die sie schlagen und anspucken, von Drogen, Betteln und Kriminalität – und oft genug auch von sexuellem Missbrauch. Infektionskrankheiten sind sie hilflos ausgeliefert, sowohl was Prävention betrifft, als auch Behandlung.

Auf der Straße gibt es keine Moskitonetze, kein sauberes Wasser oder hygienisch akzeptable Nahrung. Keiner hat eine Krankenversicherung oder Geld, um einen Arzt zu bezahlen. Auch Hunger muss oft tagelang ertragen werden. Wer nur wenig Geld auftreiben konnte, kauft davon lieber Marihuana oder Klebstoff (zum Inhalieren) als Essen. Das verdrängt gleichzeitig den Hunger und die trüben Gedanken über das eigene Leben.

 

Bekommen die Kinder Mahlzeiten im Projekt?

Ja, drei schlichte Mahlzeiten täglich (in der Regel Maisbrei und Bohnen – nur zu Weihnachten und zum Abschlussfest des Ramadan gibt es Fleisch).

 

Ziel des Projekts?

Den Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen und sie in ihre Familien und in einen geregelten Alltag zu reintegrieren.


Lage des Projekts:

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Die Anmeldung

Mit dem Rückmeldebogen melden Sie Ihre ganze Schule, einzelne Jahrgangsstufen oder Klassen für eine Teilnahme an der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ an. In welcher Form Ihre Schule teilnimmt, bestimmen Sie selbst – genauso, wann Sie Ihren Aktionstag durchführen.

Tragen Sie bitte alles entsprechend auf dem Rückmeldebogen ein und lassen Sie uns diesen einfach per Email, Fax oder per Post zukommen. Mit dem Rückmeldebogen können Sie auch kostenlos die benötigten Teilnahme- und Kampagnenmaterialien bestellen.

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